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Die geheimnisvolle Welt der Mayas

Mit lautem Geknalle werden wir am frühen Morgen des 1.1.2012 unsanft aus dem Schlaf gerissen. Ja Mexico feiert das Neue Jahr, und wir machen uns bald mal zu Fuss auf den Weg ins Städtchen und sind sofort von der Ambiance, welche San Cristobal ausstrahlt, gefesselt. Wir sind ganz hingerissen von dieser Kolonialstadt auf 2100 Metern. Die Fussgängerzonen mit ihren reizenden Geschäften locken Tausende von Touristen an und auf dem Markt wird viel Kunsthandwerk angeboten. Für San Cristobal brauchen wir etwas Zeit, und so entschliessen wir uns, hier mindestens eine Woche zu bleiben. Die vielen ansprechenden Restaurants verführen uns zu leckerem Essen und wir schonen unsere Henryküche und lassen es uns gut gehen. Täglich machen wir einen Ausflug ins Städtchen, schlendern umher, gehen auf den Markt, kaufen unnötige Dinge, umso die armen Indigena-Frauen zu unterstützen. Bettelnde und Strassenkinder gehören leider auch hier zum Alltagsbild. 

 

Nach einer Woche ist es Zeit, etwas Neues zu sehen. Wir fahren wieder durch herrliche Gebirgslandschaften, auf schlechter Strasse, zu den Wasserfällen "Agua Azul". Sie sind wunderschön und frühmorgens haben wir sie für uns alleine. Ab 10 Uhr kommen Busse und unmengen von Touristen, so dass wir bald mal die Flucht ergreifen.

Die Ruinen von Palenque können können von unserem Campground "Mayabell" zu Fuss erreicht werden. Sie liegen in herrlicher Urwaldumgebung und gehören zu den schönsten Pyramiden in Mexico. Und da auch der Campground mit dem erfrischenden Swimmingpool nicht zu verachten ist, bleiben wir wieder ein paar Tage hängen.

In Campeche halten wir uns nur kurz auf. Im Schnelldurchgang schauen wir uns die Stadtmauer an, die fliegende Untertasse, den Zocolo. Die Innenstadt hat zwar hübsche bunt bemalten Häuser, doch nach dem reizenden Städtchen San Cristobal, ist für uns Campeche nur noch eine Grossstadt, wo Henry endlich den Auspuff repariert bekommt. Wunderprächtig ist der Uebernachtungsplatz "Club Nautico". Er bietet alles, was mein Womoreiseherz begehrt. Schade nur, dass der Platz so elend teuer ist.

Günther glaubt pyramidenmüde zu sein, dennoch fahren wir Uxmal an und sobald mein liebster Mann vor dieser Stätte steht, kann ich ihn nicht mehr zurückhalten. Treppen rauf, Treppen runter, alles muss genau betrachtet werden! Und wirklich, sie sind fantastisch, sehr gut erhalten bzw. restauriert. Wir besichtigen die Pyramiden bei Tag und bei Nacht. Bei Nacht wird uns eine Lichtershow geboten und es wird das Leben der Mayas erzählt, leider alles nur auf spanisch. Trotzdem ein tolles Erlebnis.

Auf der Puuc-Route gibt es noch mehr Ausgrabungsstätte und wir besichtigen "Kabah", "Sayil" und "Labna". Diese sind kleiner, viel übersichtlicher und ebenfalls starkt geprägt vom Regengott Chaak. Der Abschluss dieses Tages macht die Besichtigung der "Grutas de Loltun". Unser Guide kann etwas deutsch und er erklärt uns, dass die Mayas die Stalagniten für ihre Bauten an den Pyramiden genutzt haben sollen, vorallem für Torbögen.

Es ist heiss, viel zu heiss für Merida und wir haben keine Lust diese Stadt zu besichtigen. Stattdessen finden wir die Idee, an die nördliche Golfküste zu fahren, viel verlockender. Vielleicht gibt's da schon Karibikfeeling? Doch weit gefehlt, das Meer ist verschmutzt und die Küste scheint in Privatbesitzt von irgendwelchen Betuchten zu sein. Viele Gebäude sind verfallen und der grösste Teil wird zum Kauf angeboten. Dennoch ist die Fahrt durch die Lagungen eine herrliche Abwechslung und unser Uebernachtungsplatz entschädigt uns für die nicht gefundene Karibik.

In Izamal sind alle Häuser gelb und leuchten golden in der Sonne. Es geht gemächlich zu, und die Leute sind extrem freundlich. Wir machen einen kleinen Spaziergang, halten einen kurzen Schwatz mit dem Orangenschäler-Mann und kaufen gelbe Mangos.

Früh morgens um acht Uhr stehen wir vor den Pyramiden "Chichen Itza", eine weitläufige und sehr interessante Anlage. Zuerst mal beobachten wir wie viele Mexikaner tagtäglich ihr Ware anschleppen, Stände aufbauen um dann ihre Souveniers an die unmengen von Touristen für mehr oder weniger Geld anzupreisen. 
Die Nord-Zone wird geprägt durch die Kukulkan-Pyramide, dem Ballspielplatz und natürlich dem Chak Mool, ein halb rücklings liegende mysteriöse menschliche Gestalt mit einem Tablett auf dem Bauch für Kultgaben. In der Südseite dominiert "El Caracol" oder auch Observatorium genannt, das Bild. Sehr schön anzusehen ist auch die Kirche mit ihren fast vollständig dekorierten oberen Fassade.

 

Nach soviel Mayakultur zieht es uns wieder in die Natur, doch vorerst machen wir einen Badestop bei der "Cenote Dzitnup", eine Grotte mit glasklarem Wasser und nehmen ein erfrischendes Bad. Jetzt kann es weitergehen, zum Rio Lagartos, nördlich am Golf von Mexico. Der Nationalpark ist einfach toll, wir haben einen herrlichen Uebernachtungsplatz mit einem unglaublichen Sternenhimmel. Am nächsten Morgen machen wir uns auf die Suche nach den rosaroten Flamingos. Wir fahren durch die Salinen "Las Coloradas" stellen Henry in den Schatten und machen uns mit Swinni und Mango auf die Suche. Und tatsächlich sehen wir sie, die graziösen und scheuen Wasservögel.

Gestern noch im Nationalpark, heute schon in Cancun, dem Ferienparadies für Fluggäste aus aller Welt. Für uns Womoreisende bleibt da kaum Raum und Platz. Wir müssen uns mit einem Campground, weit von der Hotelmeile abfinden. Dafür haben wir viele Moskitos und keinen Karibikstrand. Doch wir geben nicht auf und nehmen unsere Fahrräder, packen die Badesachen ein und lassen uns auf die Insel Mujeres schippen.

 

Sind wir schon mal in Cancun, wollen wir uns natürlich die Hotelmeile mit den traumhaften Hotelanlage nicht entgehen lassen. Hier wird nicht mehr in Peso gerechnet, es zählen wieder US Doller! 

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