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Baltimore nach Florida

Zwei Greenhorns am Lernen:

Nach dieser herrlichen Nacht wollen wir so rasch wie möglich Richtung Süden, in die Wärme. Doch ohne Kartenmaterial fahren wir erst einmal ein paar mal im Kreis, fragen in unserem schlechten Englisch nach dem Weg und verstehen vom amerikanischen Slang gar nichts. Wir schaffen es dann doch den AAA (wie unser TCS) zu finden, zeigen unsere ADAC-Mitgliedschaftskarte und schon werden wir mit Kartenmaterial, Tourenbücher und Campooks eingedeckt. Wir fragen nach dem Preis, die nette Dame lächelt und sagt "its free". Von solch einem Service können wir in Europa nur träumen.
Ueberhaupt sind die Leute extrem hilfsbereit. Unsere schweizer Gasflasche können wir auf dem KOA gratis gegen eine amerikanische umtauschen, müssen nur die Füllung bezahlen. Hier ein paar Preise:

10  kg Gas = $ 7.50
1 Gallone Diesel (3.78 Liter) = $ 2.80/Gallone
Lebensmittel allgemein ca. 20 - 30% günstiger

Gut ist es, wenn man sich mit allen nur möglichen Kundenkarten (z.B. Lions Food etc.) eindeckt, damit kann man echt Geld sparen!

Die Distanzen sind enorm, und wir verschätzen uns dauernd. Bis Florida ist es weit, sehr weit. Wir fahren an typischen Kleinstadtsiedlungen vorbei und auf halber Strecke nach Florida fühlen wir uns fast wie zu Hause. Wir kommen in New Bern an.

Weiter der Küste entlang, wird die Gegend immer touristischer. Alles ist big und riesig. Das alles gross sein wird, wussten wir schon, doch diese Dimensionen übersteigen unsere kleine Vorstellungskraft. Wir sind halt so richtige Landeier! Das Osterwochenende steht  vor der Tür und die günstigen Campgrounds in den States und Nationalparks sind alle ausgebucht. So werden wir verdammt auf einen teuren, privaten RV-Park zu stehen. Hier an der Ostküste ist es absolut unmöglich frei zu stehen. Die Amis sehen das gar nicht gerne. Der Pirate Land RV ist direkt am endlos langen Strand gelegen und wir geniessen für 2 Tage die Sonne und das Meer. Wir haben so um die 30 Grad Celsius, also herrlich zum sonnenbaden! Hier ein paar Eindrücke aus dem amerikanischen Camperleben:

Nach 1945 Kilometer erreichen wir Florida. Eigentlich wollen wir an der Ostküste bis runter zu den Florida Keys fahren. Die A1A führt direkt am Meer entlang und durchquert einige States Parks. Ueberall wo wir nach Platz nachfragen, heisst es "sorry we are full". Ja so sind sie, die Amis! Aber nimmt man ihnen den Full-Hock weg, werden die Augen feucht, haben sie gar keinen Strom, so kullern die Tränen. Denn wie soll die Klimaanlage, der Fernseher, der Kühlschrank etc. in den Womos funktionieren, wenn keine Steckdose in der Nähe ist? So merken wir bald, dass die Primitivcamprounds genau dass ist, was wir suchen. Friede, Ruhe, Einsamkeit. Solar sei Dank!

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